Die Zunft der Färber

Die Zunft der Färber (Arte dei Tintori), deren Handwerk seit jeher mit dem der Herstellung von Textilien verbunden war, gehörte zu den zahlreichen mittelalterlichen Verbünden, die in Florenz seit dem 13. Jahrhundert aktiv waren, und erlebte ihre Blütezeit in den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts.

Die Textilherstellung war in jenen zwei Jahrhunderten das Hauptstandbein der städtischen Wirtschaft, was hauptsächlich an dem Beitrag der angesehen Mitglieder der Zunft der Wollweber und -händler lag (Arte della Lana). Innerhalb dieser Organisation war die Färberzunft schon immer von großer Bedeutung. Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse lagen hauptsächlich im Bereich der Vielfältigkeit der Stoffe, ihrer Festigkeit und der Leuchtkraft der Textilfarben, welche während eines sehr umfangreichen Produktionsprozesses hergestellt wurden.

Der Berufsstand der Färber teilte sich in drei Gruppen auf: zunächst die vermutlich am besten organisierte der sogenannten “Arte Maggiore” (Höhere Kunst), deren Mitglieder die Stoffe in den verschiedensten Farben einfärbten, danach jene der “Arte Minore” (Niedere Kunst), die sich auf die Rotfärbung mit Krapp spezialisiert hatten, eines pflanzlichen Färbemittels, das aus Baumrinden gewonnen wurde, und zuletzt die der “Arte del Guado”, was für Färberwaid steht, aus dessen Blättern der Farbstoff Indigo gewonnen wurde und welcher in der Textilfärbung für alle Blautöne eingesetzt wurde.

Die außergewöhnliche Beherrschung dieses vielfältigen Handwerks und seine vielen Geheimnisse, die von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden, erlaubten es, Unmengen von Textilien herzustellen; Handwerkskunst, die wir heute noch auf den zahlreichen Darstellungen von Florenz zur Zeit der Renaissance sehen können. Ihre Besonderheit liegt in der Haltbarkeit und Brillanz der Farben, aber auch in der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Färbemitteln, was eng an die nationale und internationale Nachfrage jener Zeit gekoppelt ist, deren hohe Ansprüche sich ständig änderten.

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